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Forum Discussion
Peter1510
Oct 08, 2026Follower
RBR850 – massive IPv4-TCP-einbrüche bei FTTH/VLAN 31 – Verdacht auf WAN/NAT/Firmware-Problem
Sehr geehrtes NETGEAR Support-Team,
ich betreibe ein NETGEAR Orbi RBK850 System (RBR850 + RBS850) an einem österreichischen spusu-FTTH-Anschluss. Ich möchte den Orbi als Router direkt hinter dem ONT betreiben und nicht dauerhaft die vom Provider gelieferte FRITZ!Box verwenden. Im Router-Modus treten jedoch sporadisch massive TCP-Performanceprobleme auf. Ich habe das Verhalten mit mehreren reproduzierbaren Tests eingegrenzt.
- Hardware und Firmware
NETGEAR Orbi RBR850; Satellite RBS850
Firmware: V7.2.8.8_5.1.24
LAN: 192.168.1.0/24; Router-IP 192.168.1.1
Komplett neue Einrichtung; keine alte RBR50-Konfiguration importiert
- FTTH-Anschluss / Provider
Provider: spusu Österreich – Glasfaser/FTTH. Das ONT arbeitet laut Provider im Bridge-Modus.
VLAN ID 31
IP automatisch über DHCP
ONT im Normalbetrieb als Bridge
Verwendung eines eigenen Routers ausdrücklich erlaubt
- WAN-Konfiguration des RBR850
Dynamic IP / DHCP; kein PPPoE
VLAN ID 31, Priorität 0
MTU 1500
DNS automatisch
NAT Filter: Offen
SIP ALG: deaktiviert
WAN-Port: 2.5 Gbit/s
WAN Aggregation: deaktiviert
IGMP Proxy: deaktiviert
Keine DHCP Options
MAC-Adresse: Standard
- WAN-IP / CGNAT
Direkt am ONT erhält der RBR850 per DHCP beispielsweise die WAN-IPv4-Adresse 100.66.86.229. Diese liegt im Bereich 100.64.0.0/10 und damit hinter Carrier Grade NAT (CGNAT). Traceroute zeigt entsprechende Provider-interne 100.x-/10.x-Adressen. Die Latenz ist grundsätzlich sehr niedrig.
- Fehlerbild
Das Problem ist nicht dauerhaft. Bei identischem Setup gibt es normale Läufe mit ca. 180–225 Mbit/s und Fehlerläufe mit nur ca. 2–3 Mbit/s. Bei den langsamen Läufen wird die TCP-Verbindung teilweise vom Server zurückgesetzt.
- Reproduzierbarer IPv4-TCP-Test
Der Test erfolgt von einem per Ethernet angeschlossenen Windows-PC:
curl -4 -L -o NUL -w "IPv4: %{speed_download} Bytes/s | %{http_code} | %{size_download} Bytes\n" "https://proof.ovh.net/files/100Mb.dat"
Fehlerläufe:
360.838 Bytes/s | HTTP 200 | 22.377.966 Bytes; danach: curl: (56) Recv failure: Connection was reset (≈ 2,9 Mbit/s)
320.466 Bytes/s; Abbruch nach ca. 18,68 MB mit Connection Reset (≈ 2,6 Mbit/s)
406.639 Bytes/s; Abbruch nach ca. 23,57 MB mit Connection Reset (≈ 3,25 Mbit/s)
Normale Läufe mit demselben RBR850:
28.184.465 Bytes/s; 104.857.600 Bytes vollständig übertragen (≈ 225 Mbit/s)
22.872.204 Bytes/s; HTTP 200; 104.857.600 Bytes vollständig übertragen (≈ 183 Mbit/s)
- IPv4-/IPv6-Vergleich
Mit derselben Datei, demselben PC und demselben Orbi:
IPv4 – problematischer Lauf
360.838 Bytes/s | HTTP 200 | 22.377.966 Bytes – anschließend TCP Connection Reset
IPv6 – gleichzeitig funktionierend
17.926.662 Bytes/s | HTTP 200 | 104.857.600 Bytes vollständig übertragen
Das entspricht im problematischen Lauf ungefähr 2,9 Mbit/s über IPv4 gegenüber ca. 143 Mbit/s über IPv6. Später waren auch IPv4-Läufe wieder mit ca. 183 Mbit/s möglich. Das Verhalten ist daher intermittierend und nicht durch eine konstante Bandbreitenbegrenzung erklärbar.
- IPv6 und Ping
Aktueller IPv6-Test:
ping -6 google.com → 4/4 Antworten, 0 % Verlust, 35–36 ms
Während langsamer IPv4-Downloads wurde parallel ping 1.1.1.1 -t ausgeführt. Die Antworten blieben grundsätzlich niedrig (typisch 2–6 ms, einzelne Werte etwa 20–36 ms), ohne sichtbare Timeouts oder massiven Paketverlust. Der TCP-Durchsatz kann somit stark einbrechen, obwohl ICMP weiterhin funktioniert.
- MTU-Test
ping 1.1.1.1 -f -l 1472 → 0 % Verlust
ping 1.1.1.1 -f -l 1464 → 0 % Verlust
ping 1.1.1.1 -f -l 1400 → 0 % Verlust
MTU 1500 funktioniert nachweislich; ein klassisches MTU-/Fragmentierungsproblem erscheint unwahrscheinlich.
- LAN und Routing
Ping zum RBR850 (192.168.1.1) liegt bei ca. 1–2 ms. Die entscheidenden Durchsatztests erfolgen per Ethernet. IPv4-Traceroutes zu 1.1.1.1 und Google sind niedrig-latenz und unauffällig.
- Gegenprobe mit der Provider-FRITZ!Box
Zur Eingrenzung habe ich die von spusu gelieferte FRITZ!Box vor den RBR850 gesetzt und den RBR850 in den AP-Modus versetzt:
spusu FTTH → ONT → FRITZ!Box → RBR850 (AP-Modus) → PC/LAN/WLAN
Damit übernimmt die FRITZ!Box WAN, DHCP, NAT, IPv4 und IPv6; der RBR850 übernimmt nur AP-/LAN-/WLAN-Funktionen. Dieser A/B-Test soll zeigen, ob die zuvor beobachteten TCP-Einbrüche verschwinden, sobald der WAN-/NAT-Stack des RBR850 nicht mehr verwendet wird.
- Weitere bereits geprüfte Punkte
Traffic Meter deaktiviert; kein Monatslimit und keine automatische Trennung
Keine klassische QoS-/Dynamic-QoS-Funktion in der aktuellen Firmware-Oberfläche vorhanden
RTS/CTS testweise angepasst (2,4 GHz 1000 / 5 GHz 2347); Problem tritt bei Ethernet-Tests auf und ist daher kein reines WLAN-Problem
SIP ALG deaktiviert
MTU 1500
VLAN 31 / DHCP entspricht exakt den Angaben von spusu
- Konfigurationsbackup
Ich habe eine RBR850-Konfigurationssicherung namens NETGEAR_RBR850.cfg und kann diese bei Bedarf zur Analyse bereitstellen.
- Bitte an NETGEAR
Ich bitte Sie insbesondere um Prüfung folgender Punkte:
Bekannte Probleme des RBR850 mit FTTH + DHCP + VLAN Tagging + CGNAT, speziell IPv4-TCP/HTTPS
Bekannte Probleme der Firmware V7.2.8.8_5.1.24 mit WAN-TCP, NAT, IPv4, CGNAT, VLAN-tagged DHCP WAN oder TCP Connection Resets
Mögliche Unterschiede in der IPv4-/IPv6-TCP-Verarbeitung des RBR850
Mögliche Probleme beim NAT-State-Handling hinter Provider-CGNAT
Bekannte Probleme der VLAN-Tag-Group-Funktion bei VLAN 31 und DHCP-WAN an FTTH-ONTs
Empfohlene Firmware für einen kontrollierten A/B-Test bzw. möglichen Firmware-Rollback
Welche Debug-, System- oder WAN-Logs Sie für eine technische Analyse benötigen
- Gewünschtes Zielsetup
Mein gewünschtes Setup ist: spusu FTTH → ONT → VLAN 31/DHCP → RBR850 im Router-Modus → RBS850 + LAN/WLAN. Die FRITZ!Box möchte ich nach Möglichkeit nicht dauerhaft verwenden. Der Provider hat die Nutzung eines eigenen Routers ausdrücklich bestätigt.
- Zusammenfassung
Die bisherigen Tests sprechen gegen ein allgemeines Problem der Glasfaserleitung, des LANs, der MTU oder der grundsätzlichen Internet-Erreichbarkeit. Der RBR850 kann über denselben Anschluss zeitweise mehr als 180–225 Mbit/s über IPv4 übertragen und über 100 Mbit/s über IPv6. Das Problem ist jedoch intermittierend: IPv4-TCP kann ohne erkennbaren ICMP-Ausfall auf ca. 2–3 Mbit/s einbrechen und anschließend mit einem TCP Connection Reset abbrechen.
Der Gegenversuch mit der Provider-FRITZ!Box als Router und dem RBR850 im AP-Modus soll nun klären, ob das Problem verschwindet, sobald der WAN-/NAT-Stack des RBR850 nicht mehr verwendet wird.
Ich wäre für eine technische Analyse durch NETGEAR sehr dankbar, insbesondere im Hinblick auf Firmware, WAN-/NAT-Implementierung, IPv4-TCP und die Kombination aus FTTH, VLAN 31, DHCP und CGNAT.
Mit freundlichen Grüßen
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